Alles gut? Ich denk mal, dann bin ich ganz bei dir …

Mich schüttelt es schon bei meiner eigenen Überschrift.

Wie doof muss man eigentlich sein, um mit diesem globalen Verbalmist um sich zu werfen? Reicht da so ein bisschen doof oder doch deutlich über mitteldoof?

Alleine schon diese Frage „Alles gut?“ oder diese Antwort „Alles (ist) gut!“ zeugt von einer heftigen Denkstörung des Worthülsenausstoßers. Erstens ist nie alles gut – auch nicht beim Angefragten und zweitens  – was heißt „alles“ und was heißt „gut“ und was ist mit beidem zusammen gedämlackt?

Wenn dann der Sprachvergewaltiger noch anhängt oder vorausschickt „Ich denk mal, blablabla … !?“, dann ist es eh müßig, die Ohren im Schall seiner Stimmbandvibrationen verweilen zu lassen. Derjenige hat ja gerade zum Ausdruck gebracht, dass er mal denkt – und ich finde, mit dieser Erkenntnis sollte man ihn die nächsten paar Jahrtausende alleine lassen. Er ist dann nämlich gerade auf dem gewaltig steilen Weg zur Menschwerdung. Und das dauert.

Da will ich dann auch nicht, dass dieser Mensch „ganz bei mir ist“. Das soll dann für mich bedeuten, ich denke so wie Du, ich bin Dein Zwillingsgeschwister im Geiste, Dein heimliches Alter Ego, fast schon Dein Hirnklon.

Ich will überhaupt niemanden „ganz bei mir“, außer mir selbst natürlich. Einer Psychotherapeutin würde ich diese verbale Imtimsphärenschändung gerade noch durchgehen lassen. Immerhin hat sie vielleicht den Anspruch, ganz in meinem Innersten herum zu walken und sich ein wenig umzuschauen.

Aber der Rest der Welt kann mir sagen, wenn er meine Meinung teilt oder gerade auch mal die Stimmung oder nichts von beidem und das reicht dann auch an „bei mir sein“.

Aber sowas von.

 

Ps.:

Hätte da aus aktuellem Anlass noch was zum Worthülsenthema „Spass haben“ – aber dazu reicht der Platz im Internet nicht.

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